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AUFTAKTVERANSTALTUNG ARBEITSKREIS KREISLAUFWIRTSCHAFT; PHOSPHORRÜCKGEWINNUNG


Frau Bernstein & Herr Prof. Dr. Bertau

Auftaktveranstaltung CIO-Arbeitskreis Kreislaufwirtschaft zum Schwerpunkt Phosphorrückgewinnung am 18. Mai 2017
in Leipzig!

Am Donnerstag, dem 18. Mai 2017, wirkten knapp 50 Teilnehmer beim ersten Treffen des CIO-Arbeitskreises Kreislaufwirtschaft in Leipzig mit. Die Veranstaltung bot den Teilnehmern eine Plattform zum Austauschen, Netzwerken und Diskutieren. Vor allem stand die große Thematik Phosphorrückgewinnung aus Abfällen im Mittelpunkt und wurde von den Experten aus Politik, Wirtschaft sowie Wissenschaft erläutert.




Die Netzwerkmanagerin der CLEANTECH Initiative Ostdeutschland (CIO), Irena Bernstein, eröffnete das
1. Treffen und stellte dabei die Ziele und den Ablauf des Arbeitskreises vor: "Die Arbeitskreise sind Diskussions-
und Arbeitsforen für innovative, handelnde und engagierte Unternehmen!" [...]

Im Anschluss legte Dr. Eberhard Kietz vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) die Sicht der Politik dar. Unter dem Motto "Rahmenbedingungen der Phosphorrückgewinnung in Sachsen" ging er u.a. auf die Düngeverordnung Ι – ΙΙ und die Klärschlammverordnung Ι – ΙΙΙ ein. "Für die bodenbezogene Klärschlammverwertung werden künftig zusätzliche Anforderungen ausgehend von der novellierten Düngeverordnung und der novellierten Klärschlammverordnung einzuhalten sein. Kläranlagenbetreiber müssen 2023 einen Bericht über ihre Planungen zur Phosphorrückgewinnung vorlegen", so Dr. Kietz.

Der Arbeitskreisleiter Professor Dr. Martin Bertau von der TU Bergakademie Freiberg präsentierte aktuelle Trends, Tendenzen und Ziele der Wissenschaft im Bereich Phosphorrückgewinnung. Zu Beginn seines Vortrages ging er auf die Fragestellung ein, warum ist Phosphatrecycling sinnvoll und vor allem notwendig. Im Anschluss daran erläuterte er die Recyclingpotenziale von Klärschlammaschen sowie Strategien und Verfahren zur P-Rückgewinnung. Sein Fazit: "Wachsende Schwermetallgehalte im Rohphosphat stellen ein Problem dar, gesucht sind schwermetallärmere Alternativen → P-Recycling. Ein Belastbares Gesamtkonzept wird benötigt."

Neben Politik und Wissenschaft haben auch Unternehmen aus der Praxis die Chance erhalten von ihren Erfahrungen zu berichten. Monika Hentze von der Stadtentwässerung Dresden freute sich über die Möglichkeit der Präsentation und berichtete über die Herausforderungen des P-Recylcings aus Sicht eines Betreibers. Viele Punkte, wie z.B. sichere Einhaltung der P-Recyclingquote, Entsorgungssicherheit für Klärschlamm, die Wirtschaftlichkeit uvm. müssen beachtet werden um eine ordnungsgemäße Rückgewinnung aus Phosphorresten zu garantieren.

Nach einer kurzen Pause eröffnete Matthias Staub von der TVF Waste Solution GmbH die 2. Runde. Sein Vortrag stand unter dem Motto "Eigene Erfahrungen und Entwicklungen in der Phosphorrückgewinnung aus kommunalen Klärschlammen" und bot den Gästen einen weiteren Einblick in die unternehmerische Praxis. Herr Staub erläuterte in seinem Vortrag die gesetzlichen Rahmenbedingungen, berichtete von seinen eigenen Erfahrungen im Bereich P-Rückgewinnung und stellte Verfahren vor die zum Einsatz kommen. Auch beschäftigte er sich mit der Frage: "Ausblick – Welche P-Rückgewinnung für morgen?".

Mit einem erfolgreichen Verfahren zur P-Rückgewinnung beschäftigt sich auch Dr. Peter Fröhlich. Er stellte den Teilnehmern das PARFORCE Technology Verfahren vor. Dr. Fröhlich schilderte die Vorgehensweise des Verfahrens und ging dabei besonders auf Kosten, Vorteile, Ansätze und den Aufbau einer ersten Demonstrationsanlage in Freiberg ein. "PARFORCE erzeugt universelle, hochwertige Basischemikalie. Es hebt sich von vielen anderen Verfahren ab."

Dr. Christian Kabbe vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH beschrieb in seinem Vortrag die einzelnen Schritte von der Phosphorrückgewinnung zum Recycling. Ebenfalls wie seine Vorredner ging er auf die Wichtigkeit der Rückgewinnung, die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen und auf die zukünftigen Entwicklungen ein.

Im Anschluss an die, durch bilaterale Gespräche geprägte, Mittagspause, informierte Karin Jacob-Seifert von FNE Entsorgungsdienste Freiberg GmbH, die Teilnehmer über die Abtrennung Phosphat aus basischem Phosphatabwasser. Vom Ausgangspunkt ausgehend ging Sie bei Ihrer Präsentation auf die Eingangsströme, Chemische Verfahren, Verfahrenstechnische Umsetzung und die Wirtschaftlichkeit ein.

Als letzter Redner startete Ulrich Kotzbauer von der ROTARIA Energie- und Umwelttechnik GmbH seinen Vortrag. Auch er berichtete über das ExtraPhos® - Verfahren, welches bei der ROTARIA GmbH entwickelt wurde und zum Einsatz kommt. 2010 entstand die erste Idee und nach einigen Laborversuchen und Forschungsarbeiten, kam es 2016 zum endgültigen Abschluss sowie zur Beauftragung einer Pilotanlage. Neben der Verfahrensentwicklung erläuterte Herr Kotzbauer die Funktionsweise, die Einbindung des Verfahrens in die Kläranlagen und die Vorzüge des ExtraPhos® - Verfahrens.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Kurzvorstellungen von sechs Unternehmen:

  • Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
  • Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie
  • Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH
  • Poll Umwelt- und Verfahrenstechnik GmbH
  • Andreas von Schoenberg Consulting
  • Isle Utilities B.V.


Zum Ende der Veranstaltung diskutierten noch mal alle Teilnehmer über die zukünftige Entwicklung des Arbeitskreises. Gesprächsleiter waren dabei die Arbeitskreisleiter Frau Bernstein und Herr Prof. Dr. Bertau. Im Laufe des Tages wurde zwischen den Teilnehmern, Referenten und Arbeitskreisleiter viele anregenden Gespräche geführt. Ein weiteres Treffen findet voraussichtlich im 4. Quartal 2017 statt.



Bei Fragen steht Ihnen das Team der CIO gern zur Verfügung.