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FÖRDERPROGRAMME FÜR UMWELTFREUNDLICHE INNOVATIONEN


3. CIO-Informationsveranstaltung:
Cleantech-Förderprogramme: umweltfreundliche Innovationen 15. November 2017


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Im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung von der CLEANTECH Initiative Ostdeutschland, der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt, der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt wurden am 15. November 2017 verschiedene Förderprogrammen für umweltfreundliche Innovationen vorgestellt. 85 Vertreter unterschiedlichster Unternehmen und Einrichtungen nahmen teil, um sich zu dem Thema zu informieren und auszutauschen.



Innovation ist eine echte Chance für alle Cleantech-Unternehmen sich vom Wettbewerb abzusetzen und die eigene Marktposition nachhaltig zu stärken. Aber Innovationsprojekte beinhalten immer ein gewisses Risiko, dass die angestrebten technischen Entwicklungsziele nicht oder zumindest nicht in vollem Umfang erreicht werden. Gerade kleine und mittlere, oftmals hoch spezialisierte, Unternehmen zögern daher oft Innovation aktiv zu verfolgen. Eine Möglichkeit das wirtschaftliche Risiko von F&E-Aktivitäten deutlich zu verringern sind öffentliche Förderprogramme.

Nach einer kurzen Einführung und Begrüßung durch Irena Bernstein, Netzwerkmanagerin der CLEANTECH Initiative Ostdeutschland, stellte Dorrit Zischkale die Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt für Unternehmen vor. Dabei hob sie besonders hervor, dass die IMG nicht nur die Innovation an sich unterstützt, sondern auch dabei die daraus entstehenden Ergebnisse am Markt zu platzieren.

Anschließend stellte Dr. Ralf Hartmann, Fachgutachter bei der AiF Projekt GmbH eines der bekanntesten und erfolgreichsten aktuellen Förderprogramme vor: Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand, kurz ZIM. Das themenoffene Förderprogramm fördert kleinere Unternehmen intensiver werden als größere und motiviert damit insbesondere auch KMU sich in Forschung und Entwicklung zu engagieren. Dort wo die ZIM-Förderung endet, nämlich mit einem funktionsfähigen Prototyp, kann anschließend die Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt genutzt werden, so Dr. Maximilian Hempel von der DBU. Die Stiftung fördert insbesondere Pilotanlagen und Projekte, die kleine Musterexemplare in größerem, industrienahem Maßstab umsetzen. Auch die DBU bevorzugt dabei kleine und mittlere Unternehmen und berücksichtigt so, dass diese oftmals nicht über die nötigen Mittel verfügen, um das Risiko innovativer Entwicklungsarbeit selbst voll zu tragen.

Nach einer kurzen Kaffeepause, die von allen Teilnehmern zum intensiven Gespräch miteinander, aber insbesondere auch mit den anwesenden Vertretern der Fördergeber, genutzt wurde, ging es von der Theorie in die Praxis.

Peter Gruneberg stellte in einem kurzweiligen Vortrag sein Verfahren vor, das aus mineralischen Recyclingmaterialien eine Spachtelmasse zur Bodenversiegelung gewinnt. Dabei wurde er von der DBU unterstützt. Als besonders positiv an dieser Unterstützung hat Herr Gruneberg herausgestellt, dass für Antrag und Dokumentation deutlich weniger administrativer Aufwand nötig war als zuvor erwartet. So hat die DBU das Unternehmen beispielsweise während der Antragsphase besucht und sich selbst ein Bild gemacht, anstatt auf eine detaillierte schriftliche Form zu bestehen. 

Eine Erfahrung die auch Dr. Rolf Michael Wagner von der BLZ Geotechnik Service GmbH gemacht hat: Er hat im Rahmen einer DBU-Förderung eine innovative Ringrohrerdwärmesonde zur Nutzung von Geothermie entwickelt. Auch in diesem Fall war die Fördermittelbeantragung wie auch die Kommunikation mit der DBU während der Projektlaufzeit unproblematisch. Die Angst vor großem Bürokratischem Aufwand und einer Vielzahl administrativer Hürden im Zusammenhang mit einer Förderung haben sich also nicht bestätigt. 

Auch bei ZIM gestaltet sich eine Förderung bei einer passenden Projektidee deutlich einfacher als vielfach vermutet. Dr. Jürgen Koppe stellte in einem dritten Praxisbeispiel eine Technologie zur Wasserreinigung ohne Chemie vor. Die MOL Katalysatortechnik GmbH wurde bei einem ersten Antrag noch abgelehnt, nutzte aber das erhaltene Feedback um Idee und Geschäftsmodell zu schärfen – mit Erfolg. Ein weiterer Antrag wurde schnell bewilligt und die Arbeit im Projekt selbst orientierte sich immer an den Bedürfnissen des KMU – nicht primär am Fördergeber. 

Zu den drei Praxisbeispielen wurden viele Fragen aus dem Publikum gestellt. Eines wurde dabei ganz deutlich: Förderung scheitert bei kleinen und mittleren Unternehmen häufig vor allem an Skepsis und unnötiger Angst vor Bürokratie. Praktisch sind die Programme aber genau auf diese Zielgruppe zugeschnitten.

Nach diesem kurzen Ausflug in die Förderpraxis stellte Dr. Michael Sachse eines der aktuell größten Förderprogramme auf Bundesebende vor: Das 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung umfasst eine Vielzahl unterschiedlichster Disziplinen. Wer im Bereich Energieproduktion, Energieeffizienz oder auch Energiespeicherung aktiv ist, findet sich hier mit Sicherheit wieder und sollte vor einem Innovationsprojekt die verschiedenen Möglichkeiten des Programmes intensiv prüfen.


Nach der Mittagspause, die wieder durch viele und intensive Gespräche geprägt war, zeigte Thomas Micka von der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt anhand konkreter Beispiele aus der Praxis, wie sich Energieeffizienz im Unternehmen umsetzen lässt. Ein besonderes Anliegen war ihm dabei, dass Energie nicht nur als Strom gedacht wird – gerade in der Wärmegewinnung und –nutzung gibt es in Betrieben noch vielfach ungenutztes Potential. Dies wurde auch von Jens Hallaschk von der Energieagentur in Mecklenburg-Vorpommern bestätigt. Er stellte das Energie-Effizienz-Netzwerk Mitte vor, das sich intensiv mit den technischen Möglichkeiten für einen effizienteren Umgang mit Energie, vor allem aber auch mit den entsprechenden Implementierungsstrategien und möglichen Hemmnissen befasst. Beide Energieagenturen sind ein geeigneter erster Ansprechpartner für Unternehmen, die die eigene Energieeffizienz steigern wollen – und das womöglich sogar gefördert.

Falls für ein Innovationsprojektauch Fachwissen und Expertise außerhalb Deutschland nötig sind, ist das Horizont 2020-Programm der Europäischen Kommission eine ausgezeichnete Wahl. Der administrative Aufwand für die Antragstellung zwar hoch, insbesondere da Partner aus mindestens drei verschiedenen EU-Ländern zusammenarbeiten müssen, aber die Förderhöhe von bis zu 70% sehr attraktiv. Marko Wunderlich vom Enterprise Europe Network hat in seinem Vortrag einen kurzweiligen Überblick über die Vielfalt des Rahmenprogramms gegeben. Und zugleich auf die Unterstützungsmöglichkeiten des Netzwerks hingewiesen, insbesondere bei der oft schwierigen Partnersuche.

Nach dem kurzen Ausflug nach Europa ging es zum Abschluss wieder zurück nach Sachsen-Anhalt: Jöran Fricke hat in einem kurzweiligen Vortrag kurz die verschiedenen Möglichkeiten einer Unterstützung durch die Investitionsbank Sachsen-Anhalt skizziert. Sein Vortrag, der insbesondere auch auf die Fördermöglichkeiten für kleinere Unternehmen, abgestimmt war, bildete einen rundum gelungenen Abschluss der Vorträge.


Auch im Nachgang der Veranstaltung wurden die Gespräche fortgesetzt und neue Kontakte geknüpft. Kurzum: Die Grundlage für neue Innovationsprojekte gelegt.

"Ostdeutschland zeichnet sich durch eine Vielzahl innovativer Unternehmen und herausragende Forschungseinrichtungen aus. Gerade aufgrund des hohen Anteils kleiner und mittlere Unternehmen, sind Förderprogramme besonders wichtig, um Innovation realisieren zu können. Im Rahmen der Veranstaltung wurde eine Vielzahl von Förderprogrammen vorgestellt. Besonders haben uns aber die Praxisbeispiele von kleinen, hoch-innovativen Unternehmen aus der Region gefreut.", zeigte sich Irena Bernstein, Netzwerkmanagerin der CIO, zufrieden. "Die CLEANTECH Initiative Ostdeutschland hat mit der heutigen Veranstaltung bei vielen Unternehmen ein besseres Bewusstsein für die Vielfalt und Chancen öffentlicher Förderung geschaffen – die hoffentlich in eine Vielzahl neuer Projekte münden. Wir unterstützen die Unternehmen gerne dabei Partner zu finden, geeignete Förderprogramme zu identifizieren und beraten Sie bei der Antragstellung!"



Bei Fragen steht Ihnen das Team der CIO gern zur Verfügung.