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DELEGATIONSREISE NACH KUBA


Vom 14. – 18. November 2016 reiste eine Delegation ostdeutscher Unternehmen gemeinsam mit der Beauftragen der Bundesregierung für die neuen Länder, Iris Gleicke, nach Havanna/Kuba. Mit an Bord war auch die Netzwerkmanagerin der CLEANTECH Initiative Ostdeutschland, Irena Bernstein, die Grundlage für Projekte ostdeutscher Cleantech-Unternehmen in Kuba zu legen. 



Der kubanische Markt ist dabei vor allem durch Aufträge und Projekte in staatlicher Trägerschaft geprägt, die Bedeutung der Privatwirtschaft ist deutlich geringer als beispielsweise in Europa. Aber von der Außenwelt abgeschottet ist das Land bei weitem nicht: Allein 2016 wurden bislang 395 Projekte mit ausländischer Beteiligung oder unter Verwendung ausländischen Kapitals initiiert. Dabei sind  je nach Projekttyp, Region, Branche unterschiedliche Ansprechpartner für die Vergabe verantwortlich, die jeweils direkt kontaktiert werden müssen - persönliche Kontakte, wie sie Frau Bernstein auf der Delegationsreise zu Entscheidern in den Bereichen Biomasse und Wasserwirtschaft geknüpft hat, sind hier von unschätzbarem Wert. 

Eine klare Vorzugsvariante bei allen Projekten ist dabei aus kubanischer Sicht die Gründung von Joint Ventures, an Stelle eines reinen Auftragsgeschäfts. 

Auch Investoren und Contracting-Unternehmen haben ausgezeichnete Chancen in Kuba, wobei neben der technischen Lösung konkreter Probleme immer auch der Know-How-Transfer nach Kuba im Mittelpunkt der Kooperation stehen sollte.

Hauptsubstrat der Biomasse-Konversion in Kuba sind Zuckerrohr und Bagasse, die faserigen Reststoffe aus der Zucker- und Rumproduktion. Dieses Material ist in großen Mengen vorhanden und wird, so die Aussage vor Ort, sogar gratis durch den Staat zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise soll das bisherige Abfallprodukt, das sich nur langsam zersetzt und so zu einer echten Umweltbelastung in Kuba geworden ist, energetisch genutzt werden. Darüber hinaus sollen die Gärreste als Düngemittelausgebracht werden.

Auch im Bereich der Wasserwirtschaft gibt es einen großen Aufholbedarf, der durch die Marktöffnung gelöst werden soll. Eine große offene Herausforderung sind beispielsweise mangelnde Drainage- Installationen, die bei Starkregenereignissen nach längeren Trockenphasen deutlich unzureichend ist. Zudem liegt ein Schwerpunkt geplanter staatlicher Investitionen auf der Wasseraufbereitung und –zufuhr – eine flächendeckende Steigerung der Trinkwasserqualität ist ein primäres Ziel der kubanischen Regierung.

Neben diesen Kernthemen, bietet die Marktöffnung in Kuba auch für andere Wissensträger im Cleantech-Bereich attraktive Möglichkeiten. Der Bergbau, der traditionell eine große Rolle in der kubanischen Wertschöpfung spielt, weist an vielen Stellen Sanierungsbedarf auf. Dabei soll eine gesteigerte Energieeffizienz eine zentrale Rolle in zukünftigen Projekten einnehmen. 

In allen diesen Bereichen können deutsche Unternehmen also auf Unterstützung durch die kubanische Regierung zählen. Auch bei der Gewinnung und Qualifizierung geeigneter Mitarbeiter und Fachkräfte vor Ort. Bereits jetzt
sind Unternehmen wie Stefan Messer Gas (Industriegase), MAN und MTU (Antriebstechnik), Wilo und KSB (Wasserversorgung), Siemens und Zeiss (Medizintechnik), sowie Michael Diegmann (Renovierung der Altstadt von Havannah) auf dem kubanischen Markt aktiv und etabliert. 



Wenn auch Sie sich für ein Engagement in Kuba interessieren, steht Ihnen unsere Netzwerkmanagerin Irena Bernstein gerne zur Verfügung.